Ratgeber

Order Printer Pro Alternative: Faktwise vs. Order Printer Pro (2026)

Aktualisiert 2026-09-30

Order Printer Pro ist eine der beliebtesten Apps im Shopify App Store, mit der man Dokumente erstellt: über 2.500 Bewertungen bei 4,9 Sternen, und das seit 2014. Mit der App können Sie Bestelldokumente aus fertigen Shopify-Vorlagen drucken und per E-Mail verschicken. Das geht wirklich einfach. Aber „beliebter Dokumentendrucker” und „Werkzeug für die deutsche E-Rechnung” sind zwei sehr verschiedene Aufgaben. Wenn die E-Rechnungspflicht auf Sie zukommt, wenn Sie Rechnungen lange aufbewahren müssen (das nennt man GoBD) oder wenn Sie das OSS-Verfahren brauchen, dann lohnt es sich zu verstehen, wo die Aufgabe von Order Printer Pro endet. Wir entwickeln Faktwise. Das ist eine Alternative, die genau auf diese Pflichten ausgerichtet ist. Deshalb sagen wir Ihnen klar, wofür jede App gedacht ist. Auch dann, wenn Order Printer Pro die bessere Wahl ist.

Wofür die beiden Apps gemacht sind

Order Printer Pro (von der Firma FORSBERG+two ApS, heute Teil von Shop Circle) erstellt Dokumente aus Vorlagen: Rechnungen, Lieferscheine und Retourenformulare. Sie gestalten die Vorlage, drucken das Dokument und verschicken es automatisch als PDF. Der große Vorteil: Sie können die Dokumente frei gestalten und für viele verschiedene Abläufe in Ihrem Shop nutzen.

Faktwise erstellt für geeignete bezahlte Bestellungen nach Ihren gespeicherten Automatik- und Quellenregeln strukturierte E-Rechnungen. Dazu kommen fortlaufende Nummern, unterstützte Gutschriften, Archiv und OSS-Auswertungen aus eigenen ausgestellten Belegen. Es ist kein allgemeiner Dokumentengestalter und kein Shopify-Checkout-Steuerdienst.

Wenn Sie einfach nur „schön gestaltete PDF-Dokumente für Bestellungen” brauchen, macht Order Printer Pro das gut. Wenn Sie aber „Rechnungen brauchen, die zur E-Rechnungspflicht und zu einer möglichen Betriebsprüfung passen und alle Pflichtangaben nach § 14 UStG enthalten”, dann wird der Unterschied deutlich. Faktwise ist Software, keine Steuerberatung. Was in Ihrem Fall gilt, entscheiden das Gesetz und Ihr Steuerberater.

Preise: bezahlt wird nach der Bestellmenge des Shops

Beim Preis von Order Printer Pro gibt es eine Besonderheit, die viele Händler überrascht. In den bezahlten Tarifen rechnet die App nach allen Bestellungen in Ihrem Shop ab, nicht nach den Dokumenten, die Sie wirklich erstellen. Die Stufen sind: kostenlos bis 50 Bestellungen pro Monat, danach 10, 20 oder 40 US-Dollar pro Monat, je nachdem, wie viele Bestellungen Ihr Shop hat.

Das heißt: Ein Shop mit 3.000 Bestellungen im Monat zahlt die teuerste Stufe. Und zwar auch dann, wenn er nur für einen kleinen Teil dieser Bestellungen eine Rechnung braucht. Genau das kritisieren Nutzer immer wieder. In öffentlichen Bewertungen gibt es zwei weitere Kritikpunkte: Der Support soll nach dem Eigentümerwechsel schlechter geworden sein, und es gab Ausfälle.

Faktwise bietet kostenlos bis 5 Rechnungen pro Monat oder Unlimited für 22 USD alle 30 Tage, mit 14 Tagen Testphase. Das entspricht je nach Wechselkurs ungefähr 19 Euro, nicht einem festen Europreis. Die Gesamtzahl Ihrer Shopify-Bestellungen verändert diesen Tarif nicht.

Ein faires Wort in die andere Richtung: Die kostenlose Stufe von Order Printer Pro reicht für bis zu 50 Bestellungen pro Monat. Das ist großzügiger als die kostenlose Stufe von Faktwise mit 5 Rechnungen pro Monat. Für einen kleinen Shop, der einfach nur Rechnungen mit dem eigenen Logo will und unter 50 Bestellungen bleibt, ist Order Printer Pro kostenlos kaum zu schlagen.

E-Rechnung: nettes Extra oder das Herzstück

Der Zeitplan für die deutsche Pflicht steht fest. E-Rechnungen annehmen muss jedes Unternehmen schon seit Januar 2025. E-Rechnungen selbst verschicken wird Pflicht: ab Januar 2027 für Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Umsatz im Vorjahr und ab Januar 2028 für alle. Eine E-Rechnung ist dabei ein strukturiertes Format nach der Norm EN 16931, also XRechnung oder ZUGFeRD (auch Factur-X genannt). Bei ZUGFeRD muss es mindestens die Stufe „EN 16931” sein (umgangssprachlich „Comfort”). Die einfacheren Stufen MINIMUM und BASIC WL reichen für die deutsche Pflicht nicht aus. Welches Format wann passt, erklären wir im Beitrag XRechnung oder ZUGFeRD.

Die Prüfung ist hier besonders wichtig. Die Portale der Behörden, und immer öfter auch die Systeme von Geschäftskunden (B2B), weisen Dateien zurück, die nicht genau den Regeln folgen. Eine E-Rechnungs-Funktion ohne diese Prüfung kann Dateien erzeugen, die auf den ersten Blick richtig aussehen und trotzdem abgelehnt werden.

Das Drumherum der Pflichten: Nummern, Gutschriften, Archiv, OSS

Es gibt Regeln für eine ordentliche Buchführung (das nennt man GoBD) und den schon erwähnten § 14 UStG. Diese Regeln stellen Anforderungen, die eine reine Druck-App gar nicht erfüllen will:

Faktwise ist Software, keine Steuerberatung. Was in Ihrem Fall gilt, entscheiden das Gesetz und Ihr Steuerberater, nicht die App.

Wo Order Printer Pro wirklich stark ist

Der direkte Vergleich

Order Printer ProFaktwise
SchwerpunktAnpassbare PDF-Dokumente, Zusatzoptionen prüfenE-Rechnungen für geeignete Bestellungen
PreisBestellvolumen; aktuelle Tarife prüfenKostenlos bis 5/Monat oder 22 USD alle 30 Tage
Strukturierte E-RechnungZusatzoption laut öffentlicher BeschreibungZUGFeRD oder XRechnung bei vollständigen Daten
USt-IdNr. und Leitweg-IDKonkreten Ablauf prüfenErfassung im Warenkorb; VIES bei Rechnungserstellung mit Cache
GutschriftenKonkrete Erstattungen prüfenUnterstützte Erstattungen mit Originalrechnung
OSSUmfang beim Anbieter prüfenEigene ausgestellte OSS-Belege
ArchivUmfang beim Anbieter prüfen10 Jahre, EU-Hosting
PeppolZusatzoption laut BeschreibungNicht verfügbar

Häufige Fragen

Kann ich beide Apps zusammen nutzen?

Ja, und manche Händler machen das so: Order Printer Pro für Lieferscheine und andere Dokumente, Faktwise als Hauptsystem für Rechnungen, E-Rechnungen, Gutschriften und das Archiv. Achten Sie nur darauf, dass nur eine App die rechtlich gültige Rechnung ausstellt. Sonst laufen zwei Nummernkreise nebeneinander, und das führt zu Problemen. Wie das automatische Erstellen für geeignete Bestellungen nach Ihren Regeln abläuft, lesen Sie im Beitrag Shopify Rechnung automatisch erstellen.

Erfüllt Order Printer Pro die deutsche E-Rechnungspflicht?

ZUGFeRD gibt es nur als kostenpflichtiges Extra. Ob XRechnung unterstützt wird, geht aus den öffentlichen Unterlagen nicht klar hervor. Ein Archiv für die Aufbewahrung und eine OSS-Funktion fehlen. Ob die Dateien aus dem Extra wirklich Ihre Pflichten erfüllen, sollten Sie vor dem Einsatz gegen die offiziellen Prüfprogramme testen und mit Ihrem Steuerberater klären. Einen Überblick über die Fristen finden Sie im Leitfaden zur E-Rechnungspflicht.

Warum ist die Abrechnung nach Bestellmenge ein Problem?

Weil sich ein Tarif nach dem Gesamtvolumen oder nach Ihrem tatsächlichen Dokumentenbedarf richten kann. Prüfen Sie die aktuelle Order-Printer-Pro-Preisliste. Faktwise Unlimited kostet 22 USD alle 30 Tage, unabhängig vom Bestellvolumen.

Ist Faktwise zu viel, wenn ich nur an Privatkunden in einem Land verkaufe?

Wenn Sie ein Händler mit Sitz in Deutschland sind, gelten für die Rechnungen, die Sie ausstellen, die Pflichtangaben nach § 14 UStG. Dazu kommen die GoBD-Aufbewahrung und die Pflicht, jede Rechnungsnummer nur einmal zu vergeben. Das gilt, egal ob Sie an Geschäftskunden (B2B) oder an Privatkunden (B2C) verkaufen. Also meistens: nein, Faktwise ist nicht zu viel. Ob und wann Sie an Privatkunden überhaupt eine vollständige Rechnung ausstellen müssen, hängt vom Einzelfall ab. Das entscheiden das Gesetz und Ihr Steuerberater. Wenn Sie ganz außerhalb der EU-Pflichten stehen, reicht Ihnen vielleicht eine reine Dokumenten-App.

Faktwise erstellt E-Rechnungen für geeignete bezahlte Shopify-Bestellungen nach Ihren gespeicherten Automatik- und Quellenregeln. Wählen Sie beobachtete Quellen für die Automatik und prüfen Sie andere Bestellungen einzeln. Die App bietet ZUGFeRD-PDFs mit eingebettetem XML oder XRechnung bei vorhandener Leitweg-ID und vollständigen Verkäuferdaten, dazu Archiv und Monatsexport für die Steuerkanzlei. Kostenlos bis 5 Rechnungen pro Monat; Unlimited kostet 22 USD alle 30 Tage, je nach Wechselkurs ungefähr 19 Euro, mit 14 Tagen Testphase. Prüfen Sie die Einrichtungsanleitung, bevor Sie die Automatik aktivieren. Faktwise ist Software, keine Steuerberatung.